Männerschmuck – Trend oder Tonne?

Schmuck für Männer polarisiert. Dem Einen ist neben der Uhr schon der Ehering – soweit vorhanden – ausreichend, der Andere informiert sich aufgeschlossen über die sogenannten Trends in Hochglanz-Herrenmagazinen.

Schmuck soll den eigenen Charakter unterstreichen, Akzente setzen, aber nie übertreiben. Das gilt natürlich auch für andere Accessoires oder die Kleidung. Aber gerade in Sachen Schmuck sind in den letzten Jahren auffällig viele maskuline Kollektionen auf den Markt gekommen, die das Klischee des Goldkettchenträgers ad absurdum führen wollen.

Nötiger Feinschliff für den Look?

Verschiedenen Stilrichtungen werden propagiert, darunter Rock, Ethno oder schwerer Silberschmuck. Designer und Modehäuser sind auf den Schmuckzug aufgesprungen, vertreiben eigene Kollektionen, wo es früher für den Herrn höchstens eine Krawattennadel gab. Doch diese wird heute ebenso selten getragen, wie ein Siegelring. Beliebt sind große Silberringe, Armbändern und Ketten oft auch aus ungewöhnlichen Materialien.
Aber ist das auch im Alltag stimmig? In welcher Branche ist der baumelnde Totenkopf noch akzeptabel, wo wirkt das derbe Lederarmband cool?
Wenn schon Schmuck, dann überlegt und klassisch. Schmuck ist Verzierung, soll ästhetisch sein und es ist eine feine Gratwanderung zwischen „zuviel“ und „gerade ausreichend“.

Es liegt bei dem Träger selbst zu erkennen, wo seine Grenze liegt, die er im beruflichen Alltag ziehen will oder muss. Auch privat spricht Mann verschiedene Zielgruppen an, wenn er „geschmückt“ oder „Pur“ daherkommt. Natürlich möchte jeder seinen eigenen Stil ausleben, aber hierzu setzt oft die Außenwirkung Grenzen. Wer möchte bei einem Banker Geld anlegen, der ein goldenes Armband trägt?

Umweg Männerschmuck

Auch die Damenwelt ist Männerschmuck gegenüber grundsätzlich aufgeschlossen. Allerdings nicht ausschließlich, um dem Liebsten ein passendes Präsent zu geben, sondern vielmehr, da sie sich mitunter „mit fremden Federn“ schmücken möchte. Macht man eine Umfrage unter drei Frauen in seinem Bekanntenkreis, heißt es: „Männerschmuck. Ach nein, eigentlich passt das nicht. Aber das derbe Armband da drüben würde gut zu meiner Bluse passen.“

Prominente Trends

Vorbilder wie gestählte Fußballspieler oder berühmte Sänger prägen den Look des modernen Mannes. Oft mit wechselnden auffälligen Frisuren, Piercings, Tattoos und auch Schmuck haben sie dafür gesorgt, dass Männerschmuck überhaupt Trend werden konnte.
Jedoch sind die David Beckhams in unserem Alltag rar gesät und genauso, wie bei Lieschen Müller ein Make-Up à la Daniela Katzenberger unpassend ist, muss sich der Durchschnittsmann überlegen, wie viel Pfau am Ende des Tages in ihm steckt.

Grundsätzlichsollte muss bei Männerschmuck die Devise gelten „Weniger ist Mehr“. Wo viele Frauen mit Negativbeispielen vorangehen, müssen Männer nicht unbedingt folgen. Das tragen von Schmuck ist kein Ausdruck von Emanzipation oder einer Annäherung von Geschlechtern. Manschettenknöpfe „Ja“, Bettelarmband „Nein“.
„Weitere Infromationen gibt es hier: tobeentered.com.“