Aufatmen für die Uhrenindustrie

Die Krisen gebeutelte Uhrenbranche konnte sich unerwartet schnell wieder von den enormen Umsatzeinbrüchen erholen, die sie in der Zeit der Wirtschaftskrise erleiden musste. Dies war schon im März zu spüren, als die Global Player sich fast wieder in alter Stärke aus der Baselworld Messe präsentierten. Vor einem Jahr, auf der Genfer Uhrensalon SIHH, war das Trauma der Wirtschaftskrise noch stark präsent. „Viele waren ängstlich, vor allem Retailer aus allen Teilen der Welt. Die konnten die Situation noch nicht einschätzen und kamen mit deutlich kleineren Delegationen zur Messe.“ erinnert sich Nicolas Hayek, Verwaltungspräsident der Swatch Group.

Trotzdem hat sich die Lage auf dem europäischen und amerikanischen Markt nur teilweise gebessert. Wie bei sovielen anderen Branchen auf, wurde hier die missliche Lage vom Asiatischen Markt abgefangen, insbesondere in China, wo ein Plus von 20 Prozent zum Vorjahr verbucht wurde. Dies kann auch Henrik Ekdahl von IWC bestätigen: „Die Verkäufe von IWC sind in Asien extrem gut. Das führt zu einer Verschiebung des Umsatzes, aber wir achten sehr genau darauf, dass der Kernmarkt Europa weiterhin besondere Aufmerksamkeit und ausreichende Warenbelieferung bekommt.“ Der Wiederaufbau dieser Kernmärkte wird wohl über einen langen Zeitraum erfolgen, denn noch nicht alle Hersteller trauen der verhältnismäßig schnellen Erholung des Marktes. Patricia Gandji, Geschäftsführerin von Cartier allerdings warnt davor, zu warten „dass alles von allein wieder gut wird“. Immer größerer Beliebtheit erfreuen sich zudem die Damenuhren bekannter Hersteller. Die Zeiten als Uhren nur für Herren ein vorzeigestück waren sind also längst vorbei und Frau von Welt kann sich so richtig edeles Metall um die Handgelenke schnallen. Qualität und Design machen dabei eine gute Uhr aus wie sonst kein anderes Element.